Im Interview mit Angela Heck - Was ist IntuitionsCoaching?

16.09.2018

Angela Heck studierte Hotel - und Tourismusmanagement in der Schweiz. Sie hat weltweit bei Hotelketten wie Mövenpick und Hilton gearbeitet. Ihre einzigartigen Fähigkeiten ihre Energie, Intuition und emotionale Intelligenz zu nutzen, haben sie dazu gebracht als Brückenbauerin zwischen dem Management und den Mitarbeitern zu agieren. In den letzten Jahren hat sie mit vielen KMU in der Schweiz gearbeitet.

Liebe Frau Heck, Sie arbeiten seit Oktober 2013 sehr erfolgreich als Intuitions-Coach. Der Ansatz scheint mir recht neu zu sein. Beschreiben Sie doch bitte einmal kurz, worum es dabei genau geht...

Es war immer schon ein unterschiedliches Level von Bewusstsein vorhanden und jeder Mensch geht verschieden damit um. Es gab seit jeher Menschen, denen man zugehört hat, denn sie waren «wissend» oder eben die Weisen. Gerade in Urvölkern war das die natürlichste Sache der Welt und ist es an vielen Orten auch heute noch.

Mein persönlicher Ansatz ist es, im Einzelcoaching, wie im Firmencoaching, Brücken zu bauen.

Wer kennt nicht dieses Wissen, dass in einem mehr steckt und dieses vertraute Gefühl dazu. Man kann es Glück, Zufriedenheit, Geborgenheit oder auch sonst wie nennen. Und dennoch fühlt es sich an, als wäre zwischen dem Sein und diesem Gefühl eine Kluft. Ich bin dazu da mit meinen Kunden die Brücke zu kreieren und zu bauen, damit sie auf diese vertraute Seite kommen.

Bei Unternehmen verhält es sich sehr ähnlich, nur ist hier die Bewusstseinssteigerung aller gefragt.

An wen richtet sich Ihr Angebot und wem können Sie konkret helfen?

Helfen kann sich jeder nur selbst. Ich unterstütze Menschen die Lust darauf haben, bewusster durchs Leben zu gehen, die, die Qualität der wirklichen Selbstreflektion schätzen und in allen belangen Eigenverantwortung übernehmen wollen.

Bei Unternehmen geht es darum, dass sie Mit-Arbeiter in der Firma möchten und nicht Personal, sondern selbständige, individuell agierende Teamplayer, welche im positiven
herausfordernd sind.

Kurz und bündig, meine Kunden müssen coachable, lernwillig und bereit sein in sich zu investieren. Dann können geniale Resultate entstehen.


Viele Menschen haben den «Draht» zu ihrer Intuition leider verloren. Was kann man tun, um wieder Vertrauen zu sich selber aufzubauen?

Es gibt einige sehr einfache Übungen, welche ich in kurzen Videos präsentiere (zur Zeit leider nur auf Englisch), um die ersten Schritte mit mehr Vertrauen zur eigenen Intuition zu gehen.

Soeben habe ich mein erstes Buch über dieses Thema geschrieben und es soll so bald wie möglich auf den Markt.

Sie sagten einmal: «Ein Geschäft ohne Intuition zu führen ist, als würde man ohne Navi auf eine Reise gehen und nicht einmal eine Strassenkarte mitnehmen» ... Kann man sein geschäftliches Navigationssystem wieder aktivieren?

Man muss sogar, wenn man wirklich Erfolg haben will. Ich nehme gerne grosse Namen aus der Geschäftswelt, wie zum Beispiel Richard Branson. Seine Intuition hat mindestens das selbe Mitspracherecht im Business wie sein Hirn. Männer sprechen weniger darüber und tun es einfach. Frauen haben oft das Gefühl, dass sie ihren Mann stehen müssen und verwechseln Intuition mit Emotion. Sie haben unsinnigerweise die Tendenz diese Verbindung mit sich selbst bewusst oder unbewusst zu kappen.

Alles was es braucht ist Ehrlichkeit zu sich selbst und ein klares Ja. Und ja, jede Veränderung braucht erst eine klare Entscheidung. Erst danach lässt die Intuition ihren Motor so richtig an.

Wie gestaltet sich ein Coaching, wenn ich zu Ihnen komme? Was erwartet mich - auch
in der Umsetzung zu Hause oder im Team?

Beim ersten Treffen höre ich erst mal sehr genau hin, denn oft sagen Menschen Dinge, deren Wirkung sie sich nicht bewusst sind. Es folgt eine Analyse: wo liegt die wahre
Ursache weshalb die Brücke noch nicht gebaut werden konnte und dann geht es möglichst effizient zur Lösung. Womöglich braucht es gewisse Übungen, die in den
Tagesablauf integriert werden. Es ist mir wichtig, lösungsorientiert und klar mit
meinen Kunden vorwärts zu kommen. Ich mag natürlich all meine Kunden sehr gerne
und freue mich an ihnen, doch am meisten freut es mich, wenn sie mich nicht
mehr brauchen.

Bei Unternehmen ist das Vorgehen spannenderweise auch nicht sehr viel anders.

Es gibt eine Erstanalyse des Ganzen gefolgt von diversen Lösungsvorschlägen, die das Unternehmen an sich nichts kosten oder auch teuer sein können. Bei Firmen braucht es etwas mehr Zeit, bis wir an der Lösungsumsetzung sind. Es geht um mehr Inhalt und ist abhängig von der Zahl der Mitarbeitenden und wo diese Menschen arbeiten. Der grösste Unterschied ist, dass ich in die Firmen gehe und Einzelcoachings finden bei mir im Büro statt.

Wenn Sie auf die Jahre Ihrer beruflichen Tätigkeit zurückblicken - was gefällt Ihnen am meisten und was hätten Sie heute anders gemacht?

Mitzuerleben, wie jemand oder ein Team in seine Kraft kommt, finde ich grandios. Ein Bekannter von mir, er ist Naturheilpraktiker, hat es einmal passend
ausgedrückt: «Wenn ich die Strasse entlang gehe und ein Kunde vor mir geht, der früher grau und traurig wirkte, und ich dann sehe, dass ihm die Sonne aus dem A... scheint, dann habe ich mein Ziel erreicht». Dem kann ich mich nur anschliessen.

Natürlich hatte ich Steine auf dem Weg, über die ich
gestolpert bin und ja, es gab Momente da hätte ich mir die Haare raufen können, weil ich Fehler machte. Doch es war Ok so. Ich brauchte jeden dieser Schritte, um da hin zu kommen wo ich heute bin.


Angenommen, Sie dürften eine Sache auf der Welt verändern: Was wäre das?

Das Bildungssystem. Ich wünsche mir, dass das Individuelle und das Bewusste mehr gefördert wird; dass die Schönheit aller Menschen gesehen wird. Ja klar, Lesen, Schreiben, Rechnen hat alles seine Berechtigung, doch sehen, spüren und fühlen ebenso so. Wir alle sind genau so richtig, wie wir sind. Das soll erkannt und gefördert werden. Das wäre fantastisch.

"Intelligenz, die voll erwacht ist, ist Intuition. Und Intuition ist die einzig wahre Führung im Leben"