Im Interview mit Marc Fischer - Rechtsanwalt in Zug - 7 Fragen und offene Antworten 

05.06.2018

Rechtsanwalt Marc Fischer und Inhaber von FISCHER Advokatur verfügt über langjährige Erfahrungen als prozessorientierender & beratender Anwalt und ist Lehrbeauftragter an mehreren Hochschulen in der Schweiz.

FISCHER Advokatur ist eine moderne und flexible Anwaltskanzlei im Zentrum von “Cryptovalley” Zug.


Wir begleiten unsere Klienten in allen Fragen der Digitalen Transformation. Uns ist die persönliche Betreuung & der Erfahrungsaustausch wichtig. Wie unsere Klienten denken wir “Out of the Box”. In unserer Beratung berücksichtigen wir sorgfältig die juristischen, technischen, organisatorischen, menschlichen und nicht zuletzt finanziellen Verhältnisse. Wir versuchen Ihnen früh Risiken und Wege aufzuzeigen.

Herr Fischer, Sie sind Rechtsanwalt und haben eine eigene Advokatur in Zug - was genau machen Sie und was sind Ihre Schwerpunkte?

"Seit über 20 Jahren begleite ich Unternehmen und Private bei einer Vielzahl von Fragen. In meinem Spezialgebiet Informatikrecht bin ich oft beratend in Projekte eingebunden, beurteile, schreibe und verhandle Verträge und äussere mich dabei auch zu technischen und organisatorischen Fragen. Ich diesem Umfeld bin ich eher der Brückenbauer. In arbeitsrechtlichen Fällen dagegen vertrete ich meine Klienten wenn nötig auch vor Gericht. Da gehört es dazu, den Kampf auszufechten. Beide Fachgebiete haben übrigens mehr praktische Berührungspunkte, als man denkt! Und natürlich begleite ich meine Klienten auch bei Ihren alltäglichen rechtlichen Fragen oder vermittle sie an einen Spezialisten weiter."

Wie sehen Sie denn Ihre Klientel rechtlich aufgestellt? Wo drückt Ihren Mandanten der Schuh besonders?

"Auch wenn es überall um Menschen geht, sind die rechtlichen Themen bei Privaten, Kleinunternehmen und grösseren Unternehmen unterschiedlich gelagert. Private werden durch eine Kündigung etc. leicht aus ihrem Alltag herausgerissen. Da ist die persönliche Begleitung oft fast so wichtig, wie die juristische. Ähnlich sind Kleinunternehmen. Ein Kunde, der mit Schadenersatzforderungen droht, die Gefahr eines grösseren Debitorenverlustes oder arbeitsrechtliche Streitigkeiten stellen rasch existenzielle Gefahren für ein Kleinunternehmen dar. Eine Betriebs-Rechtsschutzversicherung hat kaum ein Kleinunternehmen. Da ist es wichtig, dass die UnternehmerInnen sich frühzeitig beraten lassen und nicht - wie so häufig leider - erst, wenn es brennt und teuer wird! Grössere Unternehmen machen dagegen oft bereits viele Sachen richtig. Aber es schleicht sich leicht eine Kultur ein, welche Veränderungen schwierig macht. Überall steht die Digitale Transformation vor der Türe und viele Unternehmen erfassen nicht, was das für sie bedeutet. Juristisch zeigen sich dann die Veränderung in “plötzlich" wegbrechenden Einnahmen oder Kündigungen von Geschäftspartnern oder wichtigen Mitarbeitern. Recht kann dann kaum mehr für stabile Verhältnisse sorgen, weil sich die ganze betriebliche Umwelt bewegt. Gehen die Unternehmen das Thema aktiv an, dann begleite ich sie in der Gestaltung von neuen Geschäftsmodellen, bei der Beschaffung von IT-Dienstleistungen, Anpassung von Arbeitszeitmodellen, im Datenschutz etc. Dabei kann ich schlecht verbergen, dass ich von Haus aus ein „Tekkie“ bin."

Was sind Ihrer Meinung nach, die wichtigsten Eigenschaften eines guten Anwalts?

"Schwierige Frage. Jedenfalls ist der „scharfe Hund“ nicht immer passend! Nur „bellen“ reicht nicht! Als Anwalt sollte man mehrheitlich Ruhe und Klarheit in die Angelegenheit bringen, das Verhandlungsspiel beherrschen. Juristische Sachverhalte müssen daher stets sehr präzise abgeklärt werden, sonst drohen böse Überraschungen! Aber es genügt nicht, dem Klienten die Probleme aufzuzeigen, man muss ihm auch konkrete Lösungen anbieten können. Das braucht Wissen und Erfahrung über das eigentliche Fachgebiet hinaus, ständige Lagebeurteilung, viel Kreativität und Flexibilität. Und man darf das Ziel nicht aus den Augen verlieren."

Zu einem Anwalt zu gehen, ist immer eine Vertrauensangelegenheit. Wie schaffen Sie Vertrauen in diesem sensiblen Umfeld?

"Als Anwalt geniesst man zuerst einmal einen grossen Vertrauensvorschuss. Aber man lernt die Vorstellungen des Klienten oft erst auf dem gemeinsamen Weg kennen. Da besteht manchmal Klärungsbedarf. Es ist wie in jeder guten Beziehung - es braucht Wohlwollen, Transparenz und Schritte von beiden Seiten. Dann ergibt sich auch eine dauerhafte Geschäftsbeziehung."

Ihre Mandanten erwarten von Ihnen Hilfe. Im Gegenzug: Was erwarten Sie von Ihren Mandanten?

"Ich sehe mich als Bergführer. Auf dem gemeinsamen Weg muss der Klient die notwendigen Schritte schon selber machen. Zudem will ich zu Beginn der gemeinsamen Tour wissen, was der Klient in seinem „Rucksack" trägt. Ich möchte später möglichst wenige Überraschungen erleben. Nur so kann ich ihn erfolgreich begleiten. Wobei „Erfolg“ manchmal auch heisst, den Klienten rechtzeitig aus einer Gefahrenzone herauszubringen, ohne dass das Maximum - der Gipfel - erreicht wurde. Und schliesslich will ich für meine professionelle Begleitung nicht um das angemessene Honorar streiten müssen."

Auf was in Ihrer Karriere sind Sie besonders stolz?

"Recht ist ja keine exakte Wissenschaft. Erfolg lässt sich dementsprechend schwer definieren. Genugtuung empfinde ich aber, wenn ich komplexe Sachverhalte mit vielen Unbekannten, mittels Wissen, Erfahrung und Intuition juristisch und sachlich treffend beurteilt und dabei den Klienten sicher durch ein solches Minenfeld begleitet habe."

In Ihrem Beruf geht es oft emotional und stressig zu. Sie müssen stets konzentriert sein. Wie finden Sie neben Ihren vielfältigen Aufgaben Entspannung?

"Zuerst natürlich bei Familie und Freunden! Aber als Ultra- und Skitourenläufer brauche ich ab und zu einen Tag in den Bergen! Noch besser, wenn sich das mit der Familie und Freunden irgendwie kombinieren lässt!"

Marc Fischer

FISCHER ADVOKATUR

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