Networking oder die Kunst vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen

Für viele ist netzwerken ein ungeliebtes, jedoch notwendiges Übel. Sie schimpfen über Seilschaften und Freunderlwirtschaft und beklagen sich, dass es zu viel Zeit in Anspruch nimmt und eigentlich nichts bringt. Jedoch, wer die Kunst des netzwerkens beherrscht und damit vertrauensvolle Beziehungen aufbauen kann, ist klar im Vorteil. Wie das geht, zeige ich dir hier.


"Beziehungen schaden nur dem, der keine hat".

Durch Zufall (gibt es Zufälle... ) bekam ich am Anfang meiner Selbständigkeit eine Trainerstelle in einer Einrichtung, die GründerInnen unterstützt. Das Thema, das ich fortan monatlich unterrichte: Netzwerken.

Jetzt muss du wissen, dass netzwerken für mich immer schon ein großes Übel war. Ich bin eher introvertiert und Small Talk war nicht wirklich meine Sache. Lieber war es mir, Gespräche in der Tiefe zu führen und mit ein oder zwei Personen zu reden, als sich in großen Menschenmassen aufzuhalten. Und dann auch noch wildfremde Personen anreden. Nein, das war nicht wirklich mein Ding.

Aber, und das hörte ich von Anfang an, netzwerken ist das Um und Auf des Erfolges.

Drei Jahre und einige Erfahrungen später, gebe ich dieser Aussage zu hundert Prozent recht. Ohne solidem Netzwerk können wir kein erfolgreiches Business aufbauen. Wir brauchen Personen, mit denen wir zusammenarbeiten können. Die wir um Rat fragen und bei denen wir uns auch mal ausweinen können.

Und - netzwerken macht echt Spaß!

Mittlerweile habe ich dieses Seminar fast dreißig Mal gehalten und konnte vielen UnternehmerInnen die Angst vor dem netzwerken und dem Small Talk nehmen.

Denn intelligentes Beziehungsmanagement ist eine hervorragende Möglichkeit, sich Unterstützung aller Art zu holen und dem Business einen Schub zu geben.

Viele der TeilnehmerInnen, aber auch Kundinnen und Kunden sind beim Thema "Netzwerken" verunsichert. Denn sie wollen nicht aufdringlich sein. Sie wollen nicht nerven. Sie wollen sich nicht ständig verkaufen müssen.

Ich glaube ja, dass sie in diesem Fall Netzwerken mit Marketing verwechseln. Allerdings ist ein guter Beziehungsaufbau alles andere als Marketing oder verkaufen. Denn beim Netzwerken geht es einzig und alleine um Beziehungen zu Menschen. Und diese kann ich nur aufbauen, wenn ich zu allererst Vertrauen aufbaue.

Persönlicher Erfolg

Laut einer IBM Studie werden 80 % aller Aufträge und neuer Jobs über Empfehlungen vergeben. In Unternehmen werden Führungspositionen gerne mit Personen besetzt, die ein gutes internes Netzwerk pflegen. Weiters hat die Studie ergeben, dass Beziehungen für den persönlichen Erfolg viel höher einzuschätzen sind, als Wissen und Selbstdarstellung.

Netzwerken ist ein geschäftlicher und persönlicher Erfolgsfaktor.

Allerdings hat networking auch einen ganz schalen Beigeschmack. Freunde-Wirtschaft, Seilschaften oder gar Korruption sind Synonyme, die gleichzeitig in den Gedanken auftauchen.

Aber netzwerken bedeutet NICHT,

  • dass ich einen Job oder Auftrag erhalte, obwohl mir die nötigen Qualifikationen fehlen
  • dass jemand gegen seine Interessen für mich handelt
  • dass jemand Dinge tut, die ihm persönlich schaden

Gutes Networking ist auf Vertrauen, Ehrlichkeit und gutem Benehmen aufgebaut. Wer ausschließlich auf seinen Vorteil fokussiert ist und sich an seinen Freunden bereichern möchte, ist kein Netzwerker und sicher auch kein Freund.

Netzwerken beruht auf zwei sehr menschlichen Fundamenten: Kommunikation und Gruppenbildung. Personen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Eigenschaften schließen sich zusammen, um gemeinsame Ziele zu erreichen.